Hall of Fame: Dota 2

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    • Hall of Fame: Dota 2

      System: PC Publisher/Entwickler: Valve Release:2013


      Dota 2

      Dota 2 hätte nie von einem traditionellen Spiele-Entwickler entworfen werden können. Was jetzt ein Free2Play-Spiel ist, das über Valve vetrieben wird (der mit großen Abstand beliebteste Titel bei Steam), begann mit einer Idee in einer "Starcraft"-Mod. Folgende Frage haben sich die Macher gestellt: Wäre es möglich, ein Echtzeit-Strategiespiel (engl. Abkürzung: RTS) ohne Basis und Truppen-Management zu erstellen? Wie wäre es, wenn jeder Spieler einen einzelnen Charackter steuern könnte und den Verlauf einer Schlacht manipuliert, indem er KI-kontrollierte Truppen zerschlägt?

      Aus dieser Idee entwickelte sich die "Defence of The Ancients"-Serie, eine Reihe benutzerdefinierter Karten für "Warcraft III", die es in vielen Versionen gibt und von mehreren konkurrierenden Entwicklern erstellt wurden. Dabei handelte es sich um eine neue Art Multiplayer-Spiel, das hauptsächlich in Foren und IRC-Kanälen entstanden ist und schlussendlich zu "DOTA All Stars" wurde. "Heros of Newerth" bewegte sich in eine bestimmte Richtung weg von DOTA, dasselbe galt für "League of Legends", das ebenfalls einen eigenen Weg einschlug.

      Am Ende tat Valve das, was das Studio immer tut: Es stellte den wichtigsten Entwickler im eigenen Haus an und ließ ihn das komplette Spiel inklusive überarbeiteter Grafik, aber mit derselben Spielmechanik, neu erstellen. Und genau das unterscheidet DOTA 2 von anderen Spielen in diesem Genre: Zu keinem Zeitpunkt hat irgendjemand versucht, es auszudünnen oder massentauglich zu machen. Es handelt sich dabei immer noch um die selbe Mod: in vielerlei Hinsicht chaotisch, aber mit endlosem Budget. Es gibt nichts Vergleichbares, werder hinsichtlich des Designs noch vom geschäftlichen Standpunkt her.

      Im Kern geht es bei DOTA 2 darum, einen einzelnen RPG-Helden in einer kompetitiven Umgebung zu entwickeln und die komplexen Interaktionen zwischen Hunderten von Zaubersprüchen, Items, Statistiken und so weiter zu lernen, damit man im Kampf bestehen kann. Man tut dies in Abstimmung mit vier anderen Leuten mit dem Ziel, die Türme, die zwischen einen und dem uralten Feind stehen, langsam, aber sicher niederzureißen. Sieht man sich das Ganze einmal auf der Makro-Ebene an, handelt es sich um ein RTS, bei dem man mit seinen Team von vornherein mit all den Gebäuden und Festungen startet, die man jemals haben wird. Dann muss man auf dem Schlachtfeld Ressourcen einsammeln - Gold sowie Erfahrungspunkte aus Siegen über KI-gesteuerte und neutrale Monster -, damit sein Charackter eine neue Verteidigunslinie bilden kann. Schließlich fallen die ersten Türme.

      Was dieses Spiel so spannend macht, ist der wirtschaftliche und strategische Tanz, der sich dann ergibt, wenn beide Teams versuchen, die Verluste so gering wie möglich zu halten. Kombiniert man all diese Dinge und man hat ein komplexes Spiel, das aber auch sehr von seiner persönlichen Spielweise bestimmt wird. Dass DOTA 2 im E-Sport-Bereich so erfolgreich ist, verdankt es zu großen Teilen der Tatsache, dass es sich dabei um ein Team-Spiel handelt. Egal auf welchem Level gespielt wird: Ein einzelner Spieler kann nur wenig tun, um ein Match zugunsten seines Teams zu drehen. Siege fährt man nur dann zuverlässig ein, wenn man das asymmetrische System verinnerlicht, bei dem es erforderlich ist, dass unterschiedliche Spieler gut in unterschiedlichen Disziplinen sind.

      DOTA 2 ist ein Spiel für taktische Drahtzieher, virtuose Attentäter, solide Frontkämpfer und strategische Unterstützer. Im Grunde geht es also immer um die Spieler selbst. Wie jemand DOTA 2 spielt, sagt etwas über seine Person aus. Die massive Charackterauswahl funktioniert nur aufgrund Valves großzügigem Geschäftsmodell.
      Jeder Spieler muss Zugang zu jeden Helden, Zauberspruch und Item haben, da es ja bei jedem Spiel darum geht zu zeigen, wie gut man mit all diesen Dingen interagieren kann. Siege in DOTA 2 fühlen sich toll an, weil sie das Ergebnis von Erfahrung, Expertise und dem eisernen Willen, etwas Kompliertes zu lernen, sind. Es fühlt sich zudem auch kraftvoll an, weil es wie eine Begegnung mit dem blanken Chaos ist - und man ist mittendrin...

      PS: im nächsten Hall of Fame: League of Legends



      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Darknau ()

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