Batman 80th Anniversary

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    • Batman 80th Anniversary

      Batman 80th Anniversary

      80 Jahre Batman-Comics

      Batman ist am besten, wenn er den mysteriösen, finsteren Rächer gibt - 1939 wie heute


      Von Anfang an war Batman etwas ganz Besonderes. Comicfiguren wie "The Shadow" oder "das Phantom" kämpften seit Jahren in Comicstrips in Zeitungen, Heftromanen und dem noch relativ neuem Meduim Comicheft gegen das Verbrechen. Doch Batman war anders als alle bisher dagewesenen Helden. Er war ein verkleiderter Mensch, der Schurken verprügelte. Zugegeben, er hatte viele coole Gadgets, aber trotzdem war er ein ganz normaler Typ, mit dem sich die Leser extrem gut identifizieren konnten. Das war etwas ganz Neues, und die Detective-Comics- und (ein Jahr später) Batman-Hefte verkauften sich wie warme Semmeln.

      Zu Beginn, als Finger und Kane noch stark von Groschenromanen beieinflusst waren, tötete Batman seine Feinde ohne Rücksicht auf Verluste. Etwa ein Jahr nach dem Debüt des Dunklen Ritters legte die 31-jährige Redakteurin Whiteney Ellsworth neue Richtlinien für National fest - die Geschichten sollten weniger düster sein, da immer mehr Kinder Comics lasen. Im Jahr 1941 kam eine dritte Heftreihe hinzu, die neben Batman und Robin auch (seperate) Comics mit Superman brachte. Sie hieß zunächst World´s Best Comics, etwas später dann World´s Finest Comics. Für die neuen Titel brauchte man neue Künstler. Dick Sprang und Jerry Robinson stießen zum Batman-Team. Sie hatten bis dahin anonym Kane zugearbeitet. Robinson gilt als Miterfinder von Robin und dem Joker. Ebenfalls mit dabei war der Autor Gardner Fox, der später als Schöpfer von The Flash, Hawkman, der Justice League und vieler anderer Helden von sich reden machte.

      Während des Zweiten Weltkiregs half Batman (wie Superman), Kriegsanleihen zu verkaufen, während er in den Comics an der Heimatfront gegen Nazis kämpfte. Nach dem Krieg kämpfte der Dunkle Ritter wieder gegen seine eigenen Gegner - ikonische Schurken wie den Pinguin, den Riddler, Scarecrow, Catwoman und Two-Face. Diese schillernden Gestalten , die Batman immer wieder herausforderten, gewannen ihre eigenen Fans, und bald waren seine Wiedersacher fast so populär wie Batman selbst.
      Robin kam 1940 hinzu - eine bedeutende Veränderung, die die Welt von Batman buchstäblich bunter machte. Die meisten Leser mochten Batmans altklugen Sidekick sofort.
      Weniger beliebt war der Comicstrip: 1943 erschien erstmals ein täglicher Batman-Zeitungscomic. Kane persönlich zeichnete die Strips (es war sein letztes großes Werk), aber nach drei Jahren war schon wieder Schluss. Noch dreimal versuchte man es mit dem Comicstrip (1956, 66, 89) - vergebens.

      Zu Beginn der 50er-Jahre verloren die Comics an Popularität, nicht zuletzt dank eines einflussreichen Anit-Comic-Buchs mit dem Titel Seduction of the Innocent, in dem der Psychologe Fredric Wertham behauptete, Comics würden Kinder dazu bringen, die darin gezeigten Verbrechen zu kopieren. Obwohl die Thesen des Buches später wiederlegt wurden, hätte es der Comicbranche in den puritanischen, paranoiden 50ern fast den Todestoß versetzt.
      Batman gehörte zu den wenigen Helden, deren Abenteuer das ganze Jahrzehnt über weitergedruckt wurden. Nachdem sich Batman 1952 in Superman Nr.76 mit Superman zusammengetan hatte und beide einander ihre geheime Identität offenbart hatten, traten sie fortan in World´s Finest Comics in gemeinsamen Geschichten auf. Diese Beziehung dauert seit Jahrzehnten an, nicht nur in Comics, sondern auch in TV-Serien, Filmen und anderen Medien.

      In den 50ern gingen die Storys mehr in Richtung Science-Fiction, mit recht albernen Figuren wie Ace den Bathund oder Bat-Mite aus der fünften Dimension. Im Mai 1962 wurde sogar ein Bat-Baby (!) eingeführt. Das verschwand bald wieder, aber die Verkaufszahlen litten unter diesen Albernheiten. 1964 sah die Lage so schlecht aus, dass er Verlag - der sich nach den erfolgreichen Detective Comics inzwischen nur noch "DC-Comics" nannte - erwog, die Reihe Batman einzustellen. Schließlich bekam ein junger Redakteur namens Julius Schwarz den Auftrag, Batman zu retten. Er nahm in den beiden Haupttieln sofort große Änderungen vor. Die albernen Nebenfiguren tauchten fortan nicht mehr auf, und er ließ den Zeichner Carmine Infantino das Aussehen der Figur überarbeiten. Die Devise hieß: Weg von der Scifi und wieder hin zum Krimi. Infantino fügte Batmans Logo das gelbe Oval hinzu, und Schwartz Storys wurden wieden düsterer und realistischer.

      1966 brachte ABC die schrille Batman-Serie auf den Bildschrim, und wieder änderte aich alles. Sie war so erfolgreich, dass auch die Comics wieder alberner wurden. Das ging so weiter, bis zwei Künstler - Autor Denny O´Neil und Zeichner Neal Adams - Anfang der 10er-Jahre alle Spuren von Humor tilgten und sich auf die düsteren Aspekte der Figur besonnen. Sie machten aus dem Joker wieder einen wahnsinnigen Mörder und führten neue Schurken ein, wie den scheinbar unsterblichen Ra´s al Ghul, der den teuflischen Plan schmiedet, Batman mit seiner Tochter Talia zu verkuppeln, die in den Dunklen Ritter verliebt ist. Mit ihrer Beziehung geht es im Laufe der Jahre auf und ab, und irgendwann bringt sie Batmans Sohn Damian zu Welt. Viele Fans mochten diese und andere Geschichten von Künstlern wie Steve Englehart und Marshall Rogers, doch es wurden trotzdem immer weniger Comichefte verkauft. Mitte der 80er-Jahre war Batmans Zukunft wieder einmal in Gefahr.
      Da trat Frank Miller auf den Plan.

      Ein paar Jahre zuvor hatte Miller in 34 zusammenhängenden Heften Marvels blinden Superhelden "Daredevil" wiederbelebt. Bei DC kreierte er die wohl beste Batman-Geschichte überhaubt, die für viele heute sogar als bester Comic aller Zeiten gilt: In der über vier Hefte laufenden Miniserie Batman - Die Rückkehr des Dunklen Ritters tritt ein älterer Bruce Wayne auf, der schon lange den Umhang in den Schrank gehängt hat, als Gotham City von Verbrechern plötzlich terroriersiert wird und Two-Face und der Joker zurückkehren. Miller belebte nicht nur Batman wieder, sondern führte eine ganz neue Art des Erzählens ein. Ein Jahr später (in Batman Nr.404-407) brachte Miller eine weitere Geschichte heraus, die über vier Hefte lief. Batman - das erste Jahr erzählt Batmans Ursprungsgeschichte aus zwei Perspektiven: der des jungen Bruce Wayne und der des damaligen Lieutenant James Gordon, der in einer von Verbrechern heimgesuchten Stadt mit korrupter Polizei aufräumen will. Millers Werk hat seither jede Version von Batman beeinflusst - in Comics, im Fernsehen und auf der großen Leinwand, vor allem Christopher Nolans "Dark Knight-Trilogie".

      Millers zwei Miniserien haben ein Feuer entfacht, das nie wieder erloschen ist. Batmans Beliebtheit hat seither trotz mehrerer Kontroversen (z.B. als der Joker den zweiten Robin ermordet) und Batmans vorübergehendem Tod (in der Miniserie Final Crisis, 2007) nicht nachgelassen.
      Als DC Comics 2011 sein gesamtes Programm relaunchte, wurde Batman leicht verändert, mit neuem Kostüm , einem weltweiten Netzwerk von Verbündeten und neuen Versionen alter Bösewichte. Trotzdem steckte immer noch Bruce Wayne unter der Maske, und Robin (in Form von Damian) war immer noch an seiner Seite. Die Geschichten waren weiterhin düster, die Figur blieb ihren Wurzeln treu. Ein weiterer Relaunch 2016 veränderte die Kontiunuität des Batman-Universums leicht. Die wichtigsten Details -
      Ursprung, Verbündete - blieben unverändert, doch einige Aspekte wurden entfernt, etwas Bruce vorübergehender Tod und Dick Graysons kurze Phase als Batman.

      Der Rächer mit dem Umhang ist seit acht Jahrzehnten weitgehend derselbe geblieben, denn seine besten Geschichten und Inkarnationen folgen nach wie vor den Prinzipien, die seine Schöpfer vorgesehen hatten. Er ist ein Produkt tragischer Umstände und musste mitansehen, wie seine Eltern getötet wurden. Er gibt alles und geht stets bis an die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit. Er kämpft zugleich gegen Verbrecher und gegen die Dämonen, die ihn antreiben. Das ist für Batman Fluch und Segen zugleich. Und der Grund, warum wir ihn auch nach 80 Jahren immer noch lieben.

      Im nächsten Batman 80th Anniversary: Dynamisches Duo - Batman und Robin



      Julie.jpgJulius Schwartz 220px-10.2.10CarmineInfantinoByLuigiNovi.jpgCarmine Infantino


      220px-9.13.09DennyO'NeillByLuigiNovi.jpgDenny O´Neil 220px-6.29.13NealAdamsByLuigiNovi3.jpgNeal Adams


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