Hall of Fame: Prince of Persia: The Sands of Time

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    • Hall of Fame: Prince of Persia: The Sands of Time

      Systeme: Pc, Gamecube, PS 2, Xbox Entwickler: Ubisoft Release: 2003

      Prince of Persia: The Sands of Time
      Hierbei handelt es sich um eun durch und durch mordernes Spiel - in vielerlei Hinsicht. Es präsentiert sich ausgefeilt, vergibt Spielerfehler und besticht durch eine filmreife Inszenierung nebst raffiniert erzählter Hintergrund-Story. Es ist ein Titel, der zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung 2003 herausstach, ja sogar seiner Zeit voraus war. Aber das, was diesen Titel in erster Linie so ungewöhnlich machte, war sein an allen Ecken und Enden spürbarer Hang zur Nostalgie.

      Dabei geht es nicht nur um einen nostalgischen Blick auf das orginale Prince of Persia. The Sands of Time zitiert Jordan Mechners Klassiker von 1989, indem auch hier ein romantischer Held in einem Tausendundeine-Nacht-Setting auf akrobatische Art und Weise Plattformen und Fallen überwinden muss. Das sowie die Tatsache, dass das Orginal-Spiel über einen Geheim-Level freischaltbar ist, sind aber dann auch schon die eintigen Querverweise auf die legendäre Vorlage. Das nostalgische Element ist hier eher auf der emotionalen Ebene zu finden.

      In allen anderen Aspekten ist The Sands of Time defenitiv nicht retro! Zunächst einmal erinnert The Sands of Time an eine Zeit, in den Jump&Run-Spiele absolut hip waren. An jenes goldene Zeitalter, das um das Jahr 2003 nahezu ausgedient hatte, aber immer mehr Genre-Hybriden auf dem Vormarsch waren. Bei The Sands of Time traten die klassischen Jump&Run-Elemente wieder mehr in den Vordergrundm die lediglich durch die extravaganten Kämpfe unterbrochen wurden (diese treten allerdings deutlich weniger häufig auf als in den Sequels). Hier hatten wir ein Spiel, bei dem es in erster Linie um ein perfektes Timing, die Umgebung und die akrobatischen Fähigkeiten des Prinzen ging. Ein Spiel, in dem man sich mit 3D-Rätseln herumschlagen musste, um irgendwelche Mechanismen in Bewegung zu setzen, die dann wiederum eine mysteriöse Maschine in Gang setzt. Ein Spiel, in dem man sich immer wieder an den Rand eines bodenlosen Abgrunds wagte, um dann doch zu springen und dabei zu beten, das am Ende alles gut geht.

      Es war der hypotische Reiz, Bewegung an Bewegung flüssig aneinanderzureihen, bis man das Gefühl hatte, die Welt um dem Charackter herum zu bewegen - und nicht umgekehrt. Da fühlt man sich an selige Super Mario 64-Zeiten erinnert. Dabei ist The Sands of Time alles andere als ein rückwärts gewandtes Spiel. Ironischerweise ist es gerade der Dolch der Zeit, der diesen Titel so fortschrittlich macht, sowie dessen Fähigkeit, in der Zeit zurückzugehen, um Ereignisse ungeschehen zu machen.

      Es wäre aber nicht Prince of Persia, wenn allzu todesverachtende Sprünge nicht bestraft werden würden - und in diesem Spiel gibt es genügend Stellen, in denen man gezwungen ist, ein hohes Risiko einzugehen. Allerdings nimmt der geniale, wenn auch limitierte Zeit-Zurückspul-Knopf ein wenig den Frust aus dem Ganzen. Während andere Plattformer aufgrund des hohen Frustpotientials von vielen Leuten gemieden wurde, bot The Sands of Time mit der Möglichkeit, den Tod ein Schnippchen zu schlagen, eine elegante Lösung an. Man kann einfach zurückgehen und es noch einmal versuchen, um es dann besser zu machen. Aber auch andere Reminiszenzen bietet das Spiel. So fühlt man sich bisweilen wie in einer Filmklamotte aus den 1930er-Jahren. Oder wie der schneidige Held in einem Abenteuerroman für Jugendliche. Und man bekommt auch noch eine echte Romanze spendiert! The Sands of Time traut sich ganz selbstbewusst an altmodische Romantik heran. Etwas, was man in Spielen sehr selten findet und auch ein wichtiger Grund dafür ist, warum dieser Titel einen solch frischen Wind in die gesamte Branche gebracht hat.

      Es gibt noch einen letzten Grund, warum The Sands of Time so tief in der Vergangenheit verwurzelt wirkt, und das ist Art, wie die Geschichte erzählt wird. Der Prinz selbst kommentiert alle Ereignisse in der Vergangenheitsform. So sagt er zum Beispiel, wenn man stirbt, "Nein, so ist es nicht passiert". The Sands of Time vermischt die interaktive Erzählung mit der schwerkrafttrotzenden Akkrobatik des Prinzen und schafft einen zeitlosen Klassiker, den man gerne immer wieder spielt.


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