Hall of Fame: Half-Life 2

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    • Hall of Fame: Half-Life 2

      Systeme: PC, Xbox 360, PS 3 Publisher/Entwickler: Valve Release: 2004

      Half-Life 2
      Selbst wenn sein ursprünglich vorgesehner Erscheinungstermin 2003 noch klarer verfehlt worden wäre, hätte Half-Life 2 die hohen Erwartungen wohl immer noch haushoch übertroffen. Genau wie Xen, die Parallelwelt im Spiel, die der Hauptfigur Gordon Freeman das Leben schwer macht, existiert Half-Life 2 in einem eigenen Universum.
      Viele Konkurrenz-Shooter haben sich am Rezept des Valve-Titels bedienen wollen, aber nie seine Klasse erreichen können. Half-Life 2 ist bis heute ein Meilenstein geblieben, den es zu toppen gilt.

      Das Game begeistert noch immer und hat deutliche Fußspuren hinterlassen. Die Geschichte des Hauptcharakters beschreibt es fast ideal: Der wortkarge Gordon Freeman ist irgendwas zwischen Wissenschaftler und Soldat. Der geschickte Einbau von Anekdoten und geniale Erzählelemente haben ihn zu einem Mythos des Spielekosmos gemacht.
      Seine Abenteuer in den Gassen von City 17 sond sowohl verblüffend als auch beklemmend und beunruhigend. Die Welt in Half-Life 2 ist am Ende und Valve hält die Kamera, wann immer es geht, auf die dunkelsten Ecken. Oder genauer gesagt: Man selber tut das!

      Die Erzählweise der Geschichte von Half-Life brachte nicht nur mehr Dramatik, sondern auch mehr Transparenz. Während Shooter wie "Gears of War" mit Ihrem Fokus auf "Zielobjekte" hantieren, verkennt Half-Life nicht den Wert wirklich "natürlich" wirkender Ereihnisse. Man entdeckt auf dem Highway 17 in Half-Life 2 beispielweise verkolte Leichen von Soldaten und begenen einen mit einer kühlen Unerschrockenheit, da man weiss oder sich in Gedanken ausmalt, dass noch viel Schlimmeres wartet.
      Auf seiner Reise durch Half-Life 2 begnet man heruntergekomme Siedlungen und Gebäuden, deren Fenster ein Blick in die von Combine-Soldaten beherrschte Welt erlaubt.
      Regimekritische Slogans konkurrieren mit Propagadaschriften, Zeitungen vom Untergang der Menschheit. Half-Life 2 erschafft eine dystopische Welt, die größer ist als das Spiel, das einen durch diese Welt hindurchführen soll.

      Man könnte Half-Life 2 fast als interaktives Kino bezeichnen, als Meisterwerk in Sachen Storytelling, als Meilenstein in puncto Bildsprache, aber all das würde dem Spiel nicht wirklich gerecht, denn im Endeffekt ist und bleobt es doch ein Shooter - ein Spiel um Knarren und Gewalt. Oder?
      Es wäre falsch, Valve zu unterstellen, lediglich auf Gewalt gesetzt zu haben. Der Spieler darf zwar Sägeblätter durch Zombieeingewide schießen, Benzinfässer sprengen und Combine-Soldaten damit durch die Luft wirbeln lassen. Auch das Thema Action kommt nicht zu kurz, wenn unser mechanischer Begleiter Dog Häuserfassaden hochklettert, um Hubschrauber anzugreifen.

      All diese Dinge sind aber Teil der Erzählung. Die heftigsten Momente kommen genau dort zum Einsatz, in dennen Valve sie braucht - in den Settings von Nova-Prspekt, Highway 17 und Ravenholm. Hätte Valve wie bei vielen anderen Shootern sein Hauptaugenmerk lediglich auf KI-Taktiken und die Waffenballistik gelegt, wären Kritiker mit einer solchen Unterstellung - Gewalt um der Gewalt will - womöglich auf dem richtigen Weg. Doch Morde können im richtigen Kontext so viel mehr sein als nur ein Akt der Gewalt.
      Alles in Half-Life 2 ist wohldurchdacht und überlegt platziert. Jedes Abdrücken einer Waffe hat seine Bedeutung.

      Was den Gegenspieler G-Man betrifft: Seine Bedeutung wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Er ist wahrscheinlich das am meisten Verzweiflung verbreitende Werkzeug, das einer Geschichte zur Verfügung stehen kann. Wahrscheinlich hat Valve ihn als Platzhalter eingaut - seine tiefere Bedeutung haben womöglich die Macher selbst noch zu ergründen. Ist er der Drahtzieher hinter allem, eine transdimensionale Anomalie, ein Schattenwesen von Black Mesa - oder vielleicht sogar Gordon Freeman selbst?
      Eigentlich ist es egal: Der G-Man funktioniert als das, was er ist: ein Rätsel und Mysterium, das das Leben von Gordon Freeman nicht einfacher macht.

      Half-Life 2 ist und bleibt wohl eines der besten Spiele aller Zeiten
      , trotz der Kritik an der Gewaltdastellung und der seinerzeit bahnbrechenden - und mittlerweile wieder veralteten - Technick. Half-Life 2 bot rohe Waffengewalt, weckte den Spieltrieb und kombinierte dies in bis dato nie dagewesner Art und Weise mit einer Erzählung, die bis heute unerreicht bleibt.

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